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Goethe & Wein Offenbach
Fr 24. Nov 2017
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Fall 5: Falkenspur

"Falkenspur" - Kösterings neuer Literaturkrimi lädt zum Miträtseln ein: Welcher Klassiker der Weltliteratur spielt diesmal eine Rolle? Finden Sie es heraus!

Aus einer Galerie werden Bilder der aufstrebenden Offenbacher Künstlerin Claudia Jansen gestohlen. Der Privatdetektiv Herbert Falke erhält den Auftrag, die Gemälde zu suchen. Dabei gerät die Inhaberin der Galerie ebenso unter Verdacht, wie ihre Angestellten. Doch alle Spuren führen ins Leere. Gleichzeitig befindet sich Falkes Enkelin Franziska in Gefahr: Sie wird von einem Stalker belästigt, der sogar in ihre Wohnung eindringt. Auch Claudia Jansen wird verfolgt, weshalb sie nicht mehr malen kann, obwohl ihre Bilder gefragter denn je sind. Hängen beide Stalking-Fälle zusammen? Haben sie etwas mit den gestohlenen Bildern zu tun? Warum erinnert das Verhalten einer Person sehr stark an die zentrale Figur eines Klassikers der Weltliteratur? Liegt darin des Rätsels Lösung?


Gmeiner-Verlag, Meßkirch www.gmeiner-verlag.de
Lektorat: Katja Ernst
Herstellung: Mirjam Hecht
Umschlaggestaltung: U.O.R.G. Lutz Eberle, Stuttgart
Druck: CPI books GmbH, Leck, Printed in Germany
ISBN 978-3-8392-1844-0
Taschenbuch, broschiert mit partieller UV-Lack-Beschichtung
249 Seiten, Ladenpreis: 9,99€

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Leseprobe:

Als Franziska Falke an diesem Mittag nach Hause kam, bemerkte sie, dass die Wohnungstür nur einmal abgeschlossen war. Üblicherweise drehte ihr Vater den Schlüssel zweimal herum, wenn er die Wohnung verließ, das war ihm wichtig. Und an diesem Morgen hatte er das Haus auf jeden Fall nach Franziska verlassen, weil er erst zur zweiten Stunde Unterricht gab. Er arbeitete als Lehrer am Offenbacher Albert-Schweitzer-Gymnasium. Nun ja, dachte Franziska, er ist eben auch kein Mr. Perfect.
Sie ging in die Küche und fand dort einen gelben Zettel auf dem Tisch: »Hab’s leider nicht mehr geschafft, Essen vorzubereiten, kannst dir einen Döner holen!« Daneben lag ein Fünfeuroschein. Sie lächelte. Doch sie hatte keine Lust, ihr Fahrrad aus dem Keller zu holen und in den Starkenburgring zu fahren. Stattdessen belegte sie eine Scheibe Brot dick mit Fleischwurst und aß einen Apfel dazu. Es muss ja nicht immer alles perfekt sein, dachte sie. Perfekt – schoss es ihr durch den Kopf, Mr. und Mrs. Perfect … Sie ließ den Apfel fallen und raste in ihr Zimmer. Das Physikbuch stand noch am richtigen Platz. Sie atmete erleichtert aus, griff nach ihrem Tagebuch und besah sich den Eintrag von vorgestern: »Physikbuch verstellt. Was passiert hier? War jemand in unserer Wohnung?« Heute sah sie die Situation realistischer und musste zugeben, dass sie überreagiert hatte. Es war durchaus möglich, dass sie das Buch aus Versehen an einen falschen Platz gestellt und ihr Vater den Schlüssel in der Eile nur einmal herumgedreht hatte. Fast war sie im Begriff, den Text zu ändern, erinnerte sich dann aber an ihren Vorsatz, keinen Tagebucheintrag nachträglich zu korrigieren. Jedes einzelne Wort entsprang ihrer Gemütsfassung beim Schreiben und so sollte es auch bleiben. Tage, Wochen oder ein halbes Leben später konnte sie so nachvollziehen, wie sie sich an dem betreffenden Tag gefühlt hatte. Sie legte das Tagebuch zurück in die Schreibtischschublade.
Als sie das Zimmer verlassen wollte, flog ihr Blick noch einmal über das Bücherregal. Sie stockte, blieb stehen, sah genauer hin. Was sie jetzt entdeckte, nahm ihr fast die Luft: Zwischen den Geschichtsbüchern, genau dort, wo sie gestern das Physikbuch entdeckt hatte, stand jetzt Ronja Räubertochter. Sie griff danach, schlug den Buchdeckel auf und … tatsächlich, ihre eigene kindliche Handschrift: »Franziska Falke«. Es war ihre Ronja Räubertochter, ihr eigenes Buch, das sie bisher in einem Karton tief unten im Keller wähnte.
 

Interview im Mordsbuch-Blog HIER
 

Unsere Lieblingsbücher - Sarah Mück,
Kaufmännische Abteilung im Gmeiner-Verlag

"Falkenspur"
Handlungsort:
Offenbach und Hanau
Thema:
Kunstraub, Gemälde, Hessen, Familienverstrickungen, Freundschaft
Lieblingszitat:
»Sie schaffe des schon. Mit Ihrm karierde Saggo sehn Se jetz schon aus wie de Sherlock Holmes!«
Wo hast du das Buch gelesen: Gemütlich zu Hause auf dem Sofa. Und weil ich unbedingt wissen wollte, wie die
Geschichte ausgeht, auch in der Mittagspause im Büro!
Warum empfiehlst du »Falkenspur«:
Es ist ein super zu lesender, sehr spannender, »unbrutaler« Krimi, den man flüssig, quasi in einem Rutsch, durchlesen kann. Gefallen hat mir auch die einfühlsame Darstellung der Protagonisten, die mir beim Lesen ans Herz gewachsen sind. Nicht zu vergessen ist die amüsante Schilderung der hessischen Lebensart, mitsamt Dialekt.
Wer muss dieses Buch auf jeden Fall lesen:
Wer einen sympathischen, geerdeten Ermittler schätzt und unblutige Spannung; auf jeden Fall Krimifans aus Offenbach, Hanau und Frankfurt a. M.

(Quelle: Krimi-Journal 1/2016, Gmeiner Verlag, mehr >HIER<)