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Goethe & Wein Offenbach
Fr 24. Nov 2017
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Fall 4: Falkensturz

Alfred Sival erhält von einem Unbekannten fiktive Todesanzeigen mit seinem eigenen Namen: Am 14. Mai soll er sterben. Sivals Hass auf die Polizei hält ihn davon ab, Hilfe zu suchen. Schließlich offenbart er sich dem ehemaligen Journalisten Herbert Falke, der es sich zum Hobby gemacht hat, zusammen mit seiner Enkeltochter Franziska Kleinkriminelle zu jagen. Die beiden versuchen, Licht in den seltsamen Fall zu bringen. Dabei stoßen sie auf einen mysteriösen Toten im Offenbacher Leonhard-Eißnert-Park, einen Hund ohne Fell, der sich für Gulaschsuppe begeistert und ein Opfer, das zum Täter wird. Die Ermittlungen scheinen mit Franziskas Deutschkurs und einem der bekanntesten Werke von Friedrich Dürrenmatt zu- sammenzuhängen: »Der Richter und sein Henker«.

Zum Videotrailer: HIER

Das Buch:
Pilotroman zur neuen Falke-Krimiserie
ISBN 978-3-8392-1600-2, gedruckt in Deutschland
Taschenbuch, broschiert mit partieller UV-Lack-Beschichtung
Gmeiner-Verlag, Meßkirch, www.gmeiner-verlag.de
Lektorat: Sven Lang, Herstellung: Mirjam Hecht
Umschlaggestaltung: Lutz Eberle, Stuttgart
Karten gestaltet von Felix Volpp, Frankfurt, www.fevo-design.de
Ladenpreis: 9,99€
Falkensturz bestellen: HIER
Kontakt zum Autor: HIER


Die Hauptfiguren der Falke-Serie

Herbert Falke, ehemaliger Journalist, auf der Suche nach Handtaschendieben und Erpressern.
Andreas Falke, sein Sohn, auf der Suche nach seiner verschwundenen Frau.
Franziska Falke, seine Enkelin, auf der Suche nach ihrer eigenen Identität.
Gianni Mussner, Herberts bester Freund, trotz bester Absichten manchmal in der Versuchung, den rechten
Weg zu verlassen.
Jaqueline »Jacky« Jansen, Franziskas beste Freundin, versucht, Recht und Freundschaft in Einklang zu bringen.
Skander »Alex« Halima, Franziskas Mitschüler, auf der Suche nach seiner inneren Heimat.
Nina Heckmanns, Kriminalhauptkommissarin, auf der Suche nach einem fähigen Mitarbeiter.
Matthias Bennert, Kriminaloberkommissar, Nina Heckmanns immer gut gekleideter Mitarbeiter, an dessen
Fähigkeiten sie zu glauben versucht.

Rezension von Wolfgang Wiekert auf www.geisterspiegel.de:

Der Autor legt eine flüssige Geschichte mit interessanten Charakteren vor, die in puncto Witz und Psychologie nichts zu wünschen übrig lässt. Die neue Serie um die Privatermittler der Familie Falke startet locker flockig und macht dem Leser Lust auf mehr davon. Die Beschreibung der psychischen Verfassung des Täters ist dabei ein Highlight, aber auch die psychologischen Skizzen der übrigen Akteure sind sehr gut getroffen. Man merkt dem Text eine gewisse Liebe des Autors zu seinen Mitmenschen an. Insbesondere bei Franziska, der Enkelin des Ermittlers Herbert Falke, möchte man fragen, ob Bernd Köstering hier eine oder gar mehrere der Frauen aus seiner Familie beschreibt. Gewidmet ist das Buch seiner Mutter, die er sich in ihrer Jugend so vorstellt wie Franziska. Ich möchte dieses Buch dem Krimifreund empfehlen, der gerne psychologisch durchdachte und weniger blutrünstige Krimis liest. Man darf gespannt sein, wie die Falke-Serie weitergeht.


Leseprobe:

Prolog: Montag, 1. Mai

Als er den Briefkasten öffnete, fiel ihm der Umschlag mit dem schwarzen Rand direkt vor die Füße. Er wusste sofort, welcher Name auf der Todesanzeige prangte. Sein eigener: Alfred Sival.
Drei Monate waren vergangen ohne die zermürbenden Todesanzeigen mit seinem Namen. Wie hatte er sich nur der Illusion hingeben können, es wäre vorbei? Vielleicht war die Pause sogar Absicht gewesen, vielleicht wollte sein Peiniger ihn in Sicherheit wiegen, seine Hoffnung auf ein Ende der Tortur nähren, um dann von vorn zu beginnen.
Er bückte sich langsam und griff nach dem Brief. Mit ungeschickten Fingern riss er den Umschlag auf. Diesmal stand nicht nur sein Name auf der Anzeige, nein – diesmal leuchtete fett gedruckt auch sein Todestag von dem blütenweißen Papier: Sonntag, der 14. Mai. Er krümmte sich wie nach einem Schlag in die Magengrube. So stand er mehrere Minuten vor dem Haus, unfähig, sich zu bewegen, während die Morgensonne über die Dächer lugte. Dann hörte er seinen Nachbarn mit dem Hund die Straße heraufkommen. Es kostete ihn enorme Überwindung, sich umzudrehen und ins Haus zurückzugehen, nur die Aussicht auf ein Gespräch mit dem benachbarten Faselhans trieb ihn an.
Kaum war die Tür hinter ihm ins Schloss gefallen, klingelte das Telefon. Er mühte sich, einen Fuß vor den anderen zu setzen, seine Beine versagten ihm fast die Gefolgschaft, seine Arme hingen wie schlaffe Gummibänder an ihm herunter. Das Läuten hielt erbarmungslos an. Endlich hatte er den Telefonapparat erreicht. »Ja?« – Keine Antwort. – »Hallo, wer ist denn da?« Er meinte, ein Atmen am anderen Ende zu hören, dann ein Kichern, war sich aber nicht sicher, es konnte auch Einbildung sein. »Verdammt, wer ist denn da?«, rief er. Keine Antwort. Ein bislang nie dagewesener Strom der Wut stieg aus seinen Eingeweiden hoch. Er glaubte, bersten zu müssen, holte weit aus und schleuderte das Mobilteil des Telefons mit aller Kraft gegen die Fensterscheibe. Kunststoff splitterte, die Batterien flogen quer durchs Zimmer und aus der Mitte der Scheibe entsprang ein Riss, der in Sekunden diagonal über das Glas schoss, bis der Fensterrahmen ihm Einhalt gebot. »Lasst mich in Ruhe!«, schrie er. »Ich habe doch nichts getan. Lasst mich endlich in Ruhe!«
Hatte er jemandem Unrecht getan? Jemanden beleidigt oder missachtet? Tagelang – nein, wochenlang hatte er sich mit Gedanken gemartert, aber nichts war ihm eingefallen, das ein solch barbarisches Verhalten rechtfertigen konnte. Stechende Magenschmerzen ergriffen ihn, schüttelten ihn wie nach jedem der Briefe. Stöhnend, röchelnd warf sich Alfred Sival in den Sessel.

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