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Goethe & Wein Offenbach
Fr 24. Nov 2017
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Fall 2: Goetheglut

Weimar im Sommer 2004. Hendrik Wilmut, Goetheexperte  und Weimarliebhaber, möchte eigentlich nur in Ruhe seinen Espresso trinken. Plötzlich gerät er unter Mordverdacht, wird festgenommen und steckt ganz tief in einem Kriminalfall – in seinem eigenen. Er landet im Gefängnis, lernt dort was Angst bedeutet und beginnt, seinen eigenen Sinnen zu misstrauen. Wer ist sein Gegner? Wer ist "BB618c"? Wilmuts Freunde ziehen sich zurück, nur sein Cousin Benno lässt ihn nicht im Stich. Er hilft ihm, den Spieß umzudrehen: Wilmut wird vom Gejagten zum Jäger, vom Angeklagten zum Ermittler. Doch dann verbrennt der vermutliche Beweis seiner Unschuld in der Herzogin Anna Amalia-Bibliothek. Jetzt gibt es nur noch eine Frau, die ihn retten kann…

ISBN: 978-3-8392-1181-6
Gmeiner-Verlag, Meßkirch
Ladenpreis: 9,90€
Taschenbuch, 278 Seiten
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Welche Art Kriminalroman ist Goetheglut?

Ein Kriminalroman ist Literatur, aber auch Literatur kann zu einem Kriminalroman werden. Ein bekanntes Werk der deutschsprachigen Literaturgeschichte steht im Mittelpunkt von Bernd Kösterings Romanen. Dieses Bezugswerk spielt oft eine zwielichtige Rolle: Es kann der Auslöser eines Verbrechens sein und die Ermittler vor Rätsel stellen, es kann aber auch helfen, den Fall zu lösen und wird damit zu des ›Pudels Kern‹. Die Ermittler müssen es nur zu interpretieren wissen. Wenn diese sich dann noch im Leben des jeweiligen Schriftstellers auskennen, sind sie auf der richtigen Spur.

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Leseprobe Goetheglut:

Prolog
Bis zu den Ereignissen dieses Sommers hatte ich ganz selbstverständlich angenommen, Freiheit sei des Menschen höchstes Gut. Seit meiner Schulzeit diente diese These als Überschrift für all meine Gedanken. Ob physische, ideelle, religiöse oder künstlerische Freiheit, ob die Freiheit Schillers, Voltaires, Rosa Luxemburgs, Jean Genets oder John Stuart Mills: Ich war felsenfest davon überzeugt, dass alle Menschen so dachten. So geradlinig. So einfach. So klar.


Dienstag, 24. August 2004. Der Tag, der mir Angst machte.
Die Zelle war ungefähr drei mal fünf Meter groß. Siggi hatte mir bereits von kleineren Zellen berichtet. Ich hatte also Glück gehabt. Glück? Ein Junge aus meiner Schulklasse in Offenbach fiel mir ein. Er hieß Gerald, soweit ich mich erinnere. Gerald hatte immer Pech, besonders bei der Notenvergabe, und pflegte stets zu sagen: ›Das Glück läuft mir nach, aber ich bin schneller.‹                                                 
Plötzlich fühlte ich etwas Ungewohntes in der Brusttasche meines Hemds. Ich konnte mich nicht daran erinnern, etwas hineingetan zu haben. Dennoch spürte ich einen Gegenstand, er war nicht groß und er war biegsam. Ich tastete danach. Ein zusammengefaltetes Stück Papier. Wie kam das in meine Hemdtasche? Die Rempelei auf dem Gefängnishof kam mir sofort in den Sinn. Ich faltete das Papier auseinander. Im oberen Teil des Zettels war ein Rest des offiziellen Briefkopfs der thüringischen Justizverwaltung zu sehen. Darunter stand in krakeliger Handschrift:
          Nun stehst auch Du da wie ein Tor!
          Seine Lieben gehen vor,
          Frauenstein und Jändertanz,
          Sind nun Deine letzte Chance!
          BB618c

Ich war völlig konsterniert. Galt das mir? Oder war das eine Verwechslung? Nein, seit gestern gab es keine Verwechslungen mehr in meinem Leben. Ich wurde persönlich angesprochen: ›Deine letzte Chance!‹ Irgendjemand hatte es auf mich abgesehen, und dieser Jemand schien Macht zu haben, denn er hatte mich ins Gefängnis gebracht. Als mir klar wurde, dass mich zum ersten Mal ein anderer Mensch abgrundtief hasste, begann mein Puls zu rasen. Ich wusste nicht, warum er mich hasste. Und ich hatte nicht die geringste Ahnung, wer sich hinter der codierten Unterschrift ›BB618c‹ verbarg. Es gibt Worte in der deutschen Sprache, die ich für mich persönlich nur sehr selten benutze. Eines davon ist das Wort Angst. Doch beim Lesen des Kassibers ergriff mich eine echte, tiefe, kindliche Angst.
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Danksagung:

Ich danke meiner Familie, meinen Freunden und Bekannten für die andauernde Unterstützung, die wertvollen Ideen und die profunden Korrekturvorschläge. Mein spezieller Dank geht an: Britta Haak, Daniel Patronas, Daniela Dietz, Elisabeth Watzke, Gaby Duyster, Hannelore Köstering, Dr. Heike Knaut, Lena Köstering, Dr. Michael Knoche, Peter Ingenerf, Sascha Loubal, Stefanie Jost-Köstering und Ulrike Köstering.

Presselinks:

Frankfurter Rundschau: >HIER<
Jahresbericht des Gymnasiums Immenstadt 2013: >HIER<
Gießener Allgemeine: >HIER<